Warum WordPress eine Testumgebung braucht

Zu einer WordPress-Installation gehört eine Testumgebung. Bevor Änderungen online gehen, sollte man testen. Zu groß ist das Risiko, dass ein Update oder eine Neuerung zu Problemen führt. Zum Glück können Sie ganz leicht eine Testumgebung aufsetzen.

WordPress braucht eine Testumgebung

WordPress braucht eine Testumgebung

Ein Vorteil von WordPress ist, dass man ohne Programmierkenntnisse komplette Webseiten erstellen kann. Ohne nur eine Zeile Code zu schreiben, kann man (fast) jede erdenkliche Funktionalität hinzufügen. Man muss auch nicht kreativ sein, um ein ansprechendes und zeitgemäßes Design hinzubekommen.

Die Zauberworte heißen Plug-ins und Themes. Die einen fügen Funktionen hinzu, die anderen sorgen fürs Aussehen. Schaltzentrale ist die WordPress-Oberfläche. Hier wird alles mit wenigen Klicks zusammengefügt.

Auch das beste WordPress-System ist nicht perfekt

Doch genau diese verführerische Einfachheit birgt Gefahren. Egal, wie komfortabel die WordPress-Oberfläche ist, wie sehr die Anbieter auf die Qualität ihrer Plug-ins und Themes achten, eine Garantie, dass es reibungslos ineinandergreift, gibt es nicht.

Mit der wachsenden Anzahl an Themes, Plug-ins und WordPress-Funktionalitäten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Konflikten kommt. Jedes Update oder Neu-Installation, ob bei WordPress, dem Theme oder eines der Plug-ins, kann zu Problemen führen.

Und das ist gefährlich. Dann wird die Einfachheit zum Problem. Denn Sie installieren ein Plugin genauso leicht, wie Sie Ihre Seite abschießen.

Plug-Ins und Updates – hier kommt es schnell zu Problemen

So sind vermeintliche Routineaufgaben, wie das Aktualisieren von ein paar Plug-ins, echte Stressfaktoren. Lief es eben noch bestens, ist aus heiterem Himmel Ihre Internetseite weg und das nur aufgrund eines Updates. Jetzt gilt es, schnellstens den Übeltäter zu deaktivieren. Meistens geht dies einfach, indem man alle Plug-ins deaktiviert und anschließend einzeln wieder aktiviert. Sobald es knallt, ist der Schuldige gefunden. Doch eigentlich sollten Sie es gar nicht zum Crash kommen lassen.

Einen Crash sollten Sie auf jeden Fall vermeiden

Ist die Seite für Sie unerreichbar, gilt dasselbe für Ihre Besucher. Sind es nur zwei am Tag, ist es nicht tragisch. Haben Sie solide Besucherzahlen, wird es schnell schmerzhaft. Sie schaden damit Ihrem Ansehen und verlieren im schlimmsten Fall Einnahmen. Gelingt es Ihnen nicht, den Fehler zu beheben, wird es schnell zur Katastrophe.

Arbeit am offenen Herzen – das birgt große Risiken

Um so etwas zu verhindern, arbeiten Entwickler mit sogenannten Entwicklungs- und Testumgebungen. Auf der Entwicklungsumgebung wird, nun ja, entwickelt. Anschließend spielt man die bearbeiteten Dateien auf die Testumgebung. Diese ist in der Regel identisch mit der Live-Umgebung, um reale Testbedingungen zu haben. Funktioniert alles wie gewünscht, kommen die geänderten Dateiversionen auf das Livesystem. So ist sichergestellt, dass nur funktionierender Code online geht.

Wenn Sie Plug-ins oder Themes aktualisieren oder sonstige Änderungen vornehmen, verändern Sie den Code. Obwohl Sie es über das WordPress-Backend machen, arbeiten Sie letztendlich auf der Live-Umgebung. Sie operieren am offenen Herzen. Tritt ein Fehler auf, ist er sofort online.

Daher sollten Sie vorher auf jeden Fall testen. So arbeiten Sie zumindest ein bisschen wie ein Entwicklungsteam.

Sie brauchen keine aufwändige Test- und Entwicklungsumgebung

Echte Test- und Entwicklungsumgebung sind weitaus komplexer als hier beschrieben und für die meisten WordPress-Betreiber wahrscheinlich nicht realisierbar. WordPress bietet etwas Derartiges nicht an und es gibt kein Plug-in, um eine echte Entwicklungsumgebung aufzusetzen. Sie müssen es selbst machen. Für große WordPress-Seiten ist dies sinnvoll oder sogar Pflicht. Für Blogger oder kleinere Projekte, die nur geringe Änderungen vornehmen, ist es unnötig, beziehungsweise zu aufwändig.

Eine Möglichkeit zum Testen reicht

Eine einfache Testumgebung, um Updates, neue Plug-ins oder Änderungen am Code vorher checken zu können, reicht jedoch vollkommen aus.

Eine solche Testumgebung ist ein Klon Ihrer Seite, eine simple Kopie. Dort können Sie in Ruhe ausprobieren, bevor Sie es anschließend auf der Original-Seite online stellen.

Eine derartige Spiegelung ermöglicht einfaches Testen und gibt Sicherheit. Mehr nicht. Sie bietet weder Versionsverwaltung und noch die Möglichkeit, Änderungen von der Testumgebung direkt auf das Live-System zu spielen. Und dennoch ist es deutlich besser, als etwas ohne Überprüfung online zu nehmen.

Testumgebung einrichten – so geht’s

Über ihr Hosting

Einige Hoster, wie beispielsweise Strato, bieten über das Administrations-Backend die Möglichkeit, eine Testumgebung einzurichten. Mit wenigen Klicks bekommen Sie so Ihren Klon.

Mit dem Plug-in WP Staging

Dies ist wahrscheinlich das beste und komfortabelste Vorgehen. Mit dem Plug-in WP Staging kann direkt über das WordPress-Backend eine Test-Umgebung eingerichtet werden. Es legt innerhalb der WordPress-Installation einen Ordner an, erstellt dort den Klon und passt die Pfade und URL automatisch an. Zudem installiert es eine Kopie der Datenbank; man arbeitet nicht in der Live-Datenbank. Sie entscheiden selbst, ob man im System angemeldet sein muss, um die Test-Seite zu sehen, oder ob sie frei zugänglich ist. Wird die Testumgebung nicht mehr benötigt, können Sie sie einfach übers Backend löschen.

Alternativen

Es gibt zudem Plug-ins, mit denen WordPress-Seiten geklont werden, wenn der Hoster gewechselt wird oder man von einer lokalen Umgebung auf einen Web-Server umzieht. Wie zum Beispiel das mächtige, aber kommerzielle Backup Buddy oder das kostenlose Duplicator. Mit diesen Plug-ins lassen sich ebenfalls Test-Seiten aufsetzen, mit denselben Möglichkeiten und Einschränkungen wie WP Staging.

Arbeiten mit einer Testumgebung

Wie bereits erwähnt, leistet eine solche Testumgebung vor allem eins: Sie können damit in Ruhe ein Plug-in, Theme oder Update ausprobieren oder mit den Einstellungen experimentieren. Gibt es Schwierigkeiten, finden sie nicht auf der Live-Umgebung statt. Die Testumgebung ermöglicht es, Probleme zu analysieren und Änderungen im Code – egal ob CSS, HTML, PHP oder Javascript – entspannt zu überprüfen.

Erst testen, dann live schalten

Treten auf einer Testumgebung Probleme auf, ist das keine Katastrophe. Das Schlimmste, was passieren kann, ist sie kaputt zu machen. Dann löscht man sie und lege eine Neue an. Mit WP Staging dauert es nur Minuten.

Auch Änderungen an den Einstellungen des Themes probiert man in Ruhe auf einer Testumgebung aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas kaputt geht, ist zwar gering. Dennoch sollte man die Möglichkeit nutzen, Designänderungen wirken zu lassen und auszuprobieren, bis es gefällt.

Hat man ausreichend getestet, darf man es reinen Gewissens auf dem Live-System implementieren. Zwar können immer noch Probleme auftreten, doch die Wahrscheinlichkeit ist deutlich geringer. Zudem hat man das Testsystem als Sicherheit und kann von dort Dateien kopieren oder Einstellungen überprüfen.

WP Staging bietet (noch) nicht die Möglichkeit, Anpassungen vom Testsystem direkt ins Live-System einzuspielen. Man muss Änderungen von Hand im Live-System nachbauen. Die Chance in Ruhe zu testen, ohne aufwändiges und teures Entwicklungssystem, ist jedoch unbezahlbar.

Zusammenfassung

Es ist auf jeden Fall ratsam, eine Testumgebung zu nutzen. Egal, ob Sie nur gelegentlich Updates einspielen oder regelmäßig im Code arbeiten. Eine einfache Testumgebung ist in Minuten aufgesetzt, ohne dass Sie dafür WordPress verlassen müssen. Daher gibt es keinen Grund, auf ein Testsystem zu verzichten.



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